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Erinnerungskultur

Denkst du an mich?

Unsere Schüler/innen leben und fühlen wie alle Kinder und Jugendlichen. Sie haben Freude, Spaß, Erfolgserlebnisse und sind immer wieder stolz über ihre Fortschritte. Genauso haben sie schlechte Laune oder Frust und ärgern sich auch, wenn ihnen etwas nicht gelingt.

Manche unserer Schüler/innen müssen sich darüber hinaus mit dem Verlust an Kraft, Mobilität und geistigen Fähigkeiten auseinandersetzen oder mit der Schwierigkeit,sich auszutauschen bzw. auszudrücken. Sie erleben immer wieder Situationen, in denen sie merken, dass sie anders sind. Wenn das negative Erlebnisse sind, entstehen Ärger und Wut. Manche Schüler/innen haben auch Sorgen und Ängste, wenn sie an ihre Zukunft denken und sie machen sich Gedanken über ihren Tod.

Vor allem haben sie viele Fragen:

Werde ich bald nicht mehr laufen können?

Werde ich in den nächsten Jahren sterben?

Wenn ich sterbe, wie ist das dann?

Kommst du zu meiner Beerdigung?

Denkst du an mich, wenn ich tot bin?

Diese Fragen tauchen auf und beschäftigen sowohl die Mitschüler/innen, die Mitarbeitertenden als auch die Eltern.

Wir als Mitarbeitende möchten offen mit allen Fragen umgehen und unseren Schüler/innen signalisieren:

„Hier an unserer Schule darfst du jede Frage stellen, wir hören dir zu und suchen mit dir nach Antworten.“

Deshalb war es uns wichtig und erschien es uns notwendig, eine „Erinnerungskultur“ zu entwickeln.

Was ist eine „Erinnerungskultur“?

Wir wollen uns intensiv mit dem Thema „Verlust, Abschied, Tod und Trauer“auseinandersetzenund möglichst behutsam und offen damit umgehen.

Dazu gehört dann z.B., dass wir uns als Mitarbeitende Zeit nehmen, uns zu diesem Thema fort zu bilden.

Genauso haben wir uns mit diesem Thema und den didaktischen Möglichkeiten auseinandergesetzt und hierzu Unterrichtsmaterial entwickelt.

Auch haben wir überlegt: Wie können wir an unserer Schule Abschied nehmen? Welchen Erinnerungsort wollen wir schaffen?

Wir hatten viele Ideen, hier ein paar konkrete Beispiele, die wir schon verwirklicht haben:

  • Die Mitmach-Mappe: ein Schülertagebuch, um eine Hilfe und Möglichkeit zu geben, persönliche Stärken zu entwickeln.

Eine Mappe, in der auch schwierige Themen wie Schmerzen, Krankenhausaufenthalte oder das Sterben angesprochen werden können. Sie lädt auch zum Gedankenaustausch untereinander ein.

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Mitmacht-Mappe
  • Der Erinnerungskoffer: eine „Erste-Hilfe“, schöne Materialen helfen einer Klasse dabei, den Verlust eines Mitschülers zu begreifen, miteinander ins Tun (z.B. durch Anzünden einer Kerze) und Sprechen zu kommen und einen kleinen Erinnerungsort einzurichten.
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Erinnerungskoffer
  • Die Trauerfeier: eine gemeinsame Abschiedsfeier der gesamten Schulgemeinschaft. Auch die betroffene Familie wird eingeladen. Die Schüler/innen gestalten die Feier mit, viele gemeinsame Erinnerungen stehen im Mittelpunkt, oft mit Fotos oder Musik verbunden.
  • Der Erinnerungsbrunnen:Ein Brunnen aus vielen bunten Mosaiksteinchen und mit einem Flusslauf, im Wasser liegen Steine mit den Namen der verstorbenen Menschen an unserer Schule, es sind Steine der Erinnerung.

Der Brunnen ist ein bleibender Erinnerungsort. Ein Ort zum Verweilen, für „nebenbei und besondere Gespräche“. Ein Ort, der lebendig und hoffnungsvoll ist.

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Unser Erinnerungsbrunnen

Für uns alle gehört der Brunnen zu unserem Schulalltag… und das ist gut so!

Informationen und Kontakt bei H. Hepke-Hentschel (Schulpfarrerin)

h.hepke-hentsche@bonn-evangelisch.de

Tel. über das Büro der Schule